Erster Unitag

Der Ernst des Lebens beginnt: Gegen 9.30 Uhr trafen wir uns mit Lea aus Mainz und Kasia aus Krakau, unseren Nachbarn hier im Gästehaus, um gemeinsam zur Uni zu laufen. Sie werden dieses Semester ähnliche Vorlesungen belegen wie ich. Die Dämmerung hatte zwar bereits leicht eingesetzt, aber es waren noch zwei Stunden bis zum Sonnenaufgang.

Dämmerlicht um 10:00 Uhr

Lea erzählte uns, dass sie beim Einführungstreffen, dass wir am Freitag durch unsere späte Ankunft verpasst hatten, gehört habe, dass ja schon alle ihre Stundenpläne haben sollten. Nicht in unserem Fall: Wir mussten mehreren Sekretariate durchprobieren, bis uns schließlich eine nette Sekretärin einen Ausdruck machte. Die erste Vorlesung des Tages hatten wir zu diesem Zeitpunkt aber schon verpasst.

Danach machten wir uns auf ins þjóðskrá (gesprochen thjouthskrau), dem Nationalregister, um hier unsere Kennitala zu beantragen, die Identifikationsnummer, die jeder Isländer braucht – und jeder Austauschstudent. Das Büro liegt zu Fuß etwa 40 Minuten von der Universität entfernt, aber da die Sonne bereits langsam über den Horizont gekrakselt war (wenn auch wolkenverhangen), konnten wir uns auf den Weg gut in der Stadt umsehen. Das Wetter ist gerade eigentlich ganz gut dafür: Wir hatten knapp unter 0°C und keinen nennenswerten Wind.

In Reykjavík gab es keinen Schnee, aber die Berghänge sind weiß.

Nach einem Hot Dog (dem isländischen National-Fastfood-Gericht) waren wir wieder auf dem Weg zu Uni, um wenigstens an der zweiten Vorlesung des Tages teilzunehmen: Volcanology. Es scheint ein für Island sehr interessantes Fach zu sein und wir werden im April auch zwei Exkursionen machen, um ein paar Vulkane anzusehen.

Mein Stundenplan sieht derweil relativ anstrengend aus: Vier von fünf Tagen um 8.20 Uhr und relativ volles Programm. Aber es wird schon werden – ich bin gespannt, was mich in den anderen Fächern erwartet.

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4 Kommentare zu “Erster Unitag”

  1. Ich finde das alles ganz schön spannend…
    Wie bist du durch deine erste Vorlesung gekommen?
    Hast du fast alles verstanden?
    Oh, das sind lauter Fragen. Sind die erlaubt?

  2. Die erste Vorlesung war nur eine Einführung in die volcanology („Vulkanologie“), wo wir über die verschieden starken Ausbrüche der Geschichte gesprochen haben, darunter auch der Ausbruch des isländischen Hekla 1782, nach dem in Island 10.000 Menschen verhungert sind. Es gibt auch Vermutungen, dass die französische Revolution 1789 ausbrach, weil der Hekla-Ausbruch große Mengen Asche nach Europa verfrachtet und dort für Missernten sorgte.

    Also verstanden hab ich eigentlich alles. Die Isländer sprechen ein sehr klares Englisch und sind gut zu verstehen.

  3. Einspruch, Euer Ehren! Diese Umweltkatastrophe im Kleinen
    hat die vorhandenen gesellschaftlichen Widersprüche höchstens verschärft, war aber nicht die Ursache. Es wird sich zeigen,
    wie ein auf Gewinnmaximierung orientiertes globales Wirtschaftsdenken die Umweltkatastrophe im Großen verhindern kann.

  4. […] gestern der Ernst des Lebens begonnen hat, begann heute der ernstere Ernst des Lebens. Denn die erste […]

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