Im Hafen

Morgen ist Sonntag, dachte ich mir letzte Nacht. Nach einem relativ langen Star-Trek-Filme-Abend mit Daniel, einem anderen Deutschen aus dem Gästehaus, schlief ich einmal richtig aus. Denn normalerweise bin ich der Frühaufsteher in unserer kleinen WG, was vor allem an meinem erbarmungslosen Stundenplan liegt. Aber es ist Sonntag. Deswegen war die Sonne schon wieder dabei unterzugehen, als ich gegen 13 Uhr aus dem Bett kletterte. Richtig dunkel wird es zur Zeit erst gegen 16.30 Uhr. Aber das direkte Sonnenlicht ist schon deutlich früher verschwunden.

Gerade heute so lange zu schlafen, war aber durchaus ein Fehler, denn der Himmel war klar, was auf Island zwar regelmäßig passiert, aber selten einen ganzen Tag anhält. Anders heute: Nach dem Frühstück machte ich mich auf zu einem kurzen Spaziergang, um danach etwas für die Uni zu arbeiten. Da die Sonne bereits hinter den höheren Häusern unserer Straße entschwunden war, ging ich in die entgegengesetzte Richtung: Raus aus der Straße und auf die vielleicht 200 Meter lange Mole, in die unsere Straße direkt abzweigt.

Diesen Blick habe ich, wenn ich aus meiner Haustür trete und mich nach links wende. Im Hintergrund Berg Esja, der das Stadtpanorama Reykjavíks überragt. Er befindet sich auf der anderen Seite der Bucht.

Ein Foto ist immer nur ein Abbild der Wirklichkeit, der Fotograf kann durch die Auswahl das Eingefangene manipulieren. Dieses Schiff heißt eigentlich Jóhanna. Aber ich finde hier sicher auch noch eine Hanna(h). ;-)

Nein, dies ist kein Wahlfänger, sondern ein Whale-Watcher. Vor dem Schiff steht ein großer Schaukasten, in dem Walbeobachtungs-Touren angeboten werden. Trotzdem hat das Walskelett etwas Gruseliges.

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3 Kommentare zu “Im Hafen”

  1. Schön, einmal blauen Himmel zu sehen. Hier in Berlin regnet es den
    dritten Tag in Folge ununterbrochen. Und dabei ist es ungewöhnlich
    warm. Hätten wir Frost, läge der Schnee bestimmt schon über zwei Meter.

  2. Bin über Frede auf dein Blog gekommen und schau einmal pro Woche rein. Weiter so! Liest sich gut und tolle Bilder einer mir völlig fremden Welt :)

  3. Hallo Karl,
    das Walskelett auf dem „Wale-Watcher-Schiff“ erinnert mich doch sehr an unseren gestrigen Besuch im Naturkundemuseum (wo angesichts des derzeit einfach nur fantastischen Berliner Wetters ungefähr 90 Prozent aller Kinder dieser Stadt versammelt waren – so zumindest meine Schätzung aufgrund des vorherrschenden Lärmpegels).

    Ansonsten lese und sehe ich mittlerweile sehr gerne und mit schöner Unregelmäßigkeit Deine bebilderten Nachrichten aus dem fernen Norden, auch wenn das dadurch hervorgerufene Fernweh nicht immer leicht zu ertragen ist… Ich kann mich meinem Vorkommentator nur anschließen, Dein Weblog füllt einen sehr fremden und weit entfernten Fleck auf meinem Globus mit Leben aus. Auch von mir daher ein kräftiges: Weiter so! – und Dir natürlich vor allem weiterhin viele interessante Momente und Begegnungen in Island.

    Viele Grüße aus dem FU-WiWi-Hörsaal nach Reykjavik!

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