Reisetipps

Mit dem Auto einmal rund um die Insel: Die Ringstraße Nummer 1 führt einmal alle isländischen Küsten entlang, vorbei an einer vielseitigen Landschaft. Diese Tipps gehen von einer Anreise am Fährort Seydisfjördur aus.

  • Der Seydisfjördur ist der schönste Ort auf Island anzukommen – und für mich definitiv der schönste Fjord der Insel. Insofern braucht ihr in den Ostfjorden nicht mehr weitere anzusehen. Der nördlichste Ostfjord Borgafjördur eystri ist aber noch etwas einsamer und lohnt ein paar Stunden Wanderung etc. So sah´s da im Mai aus (leider noch wenig grün).
  • Zwischen Mývatn und Ostfjorden haben wir auch nicht Halt gemacht, es gibt vor allem tote Geröllwüsten. Allerdings kommt man im August auch mit einem PKW wohl relativ dicht an den Dettifoss, den angeblich schönsten Wasserfall Islands. Die Straße dahin war im Mai noch impassable. Wenn ihr mit dem eigenen PKW ohne Allrad / Geländetauglichkeit fahrt, seid aber sehr vorsichtig. Hier sollte man die Warnhinweise aus Reiseführern und der Isländer selbst sehr ernst nehmen. Am besten auch mal das (englischsprachige) Video des Verkehrsministeriums zum Fahren auf der Insel ansehen.
  • Am Mývatn haben wir immerhin zwei Tage verbracht und uns in Reykjahlid niedergelassen. Hier gibt es einen gemütlichen Campingplatz direkt am See (Bjarg), der auch wenige Zimmer vermietet. Mývatn heißt übrigens „Mückensee“, solltet ihr campen. Was man auf jeden Fall machen sollte, ist den Krater Hverfell (sprich: Kwerfettl) besteigen und das pitureske Lavafeld Dimmuborgir daneben durchwandern. Hier wohnen tatsächlich noch Elfen und Zwerge. Das ganze lässt sich als Tageswanderung von Reykjahlid aus machen, was den Vorteil hat, das ihr an einer rund 1-2 km langen Erdspalte vorbei kommt, aus der es noch dampft.
  • Die letzten zwei „Halbinseln“ in Nordisland Skagi (sprich: Skaji) und Vatnsnes sind vom Charakter relativ ähnlich. An der Ostseite von Skagi gibt es eine recht eindrucksvolle „natürliche Burg“. Wir haben damals beide an den Küsten abgefahren – wenn ihr hier Zeit sparen wollt, nehmt nur Vatnsnes mit. Von den Küstenstraßen hat man bei klarem Wetter einen wunderschönen Blick auf die Westfjorde. In diese lohnt sich ein Abstecher für euch übrigens eher nicht, man kurvt unglaublich viel bis man mal irgendwo ankommt.
  • Wenn ihr es einrichten könnt, macht im Vatnsdalur („Wassertal“), zwischen Skagi und Vatnsnes, halt. Das wird von einem Fluss getrennt und hat an seinen steilen Hängen wunderschöne Felsformationen. Am Taleingang liegende hunderte kleiner Hügel, vermutlich die Überreste der Endmoräne. Als Unterkunft eignet sich der kleine Reiterhof von Haukur, der hier mit seiner deutschen Frau und Kindern lebt und selbst auch gut deutsch spricht. Ein Zimmer ist günstig – und das Tal ist gut geeignet für kleinere Wanderungen.
    Am besten kurz eine Mail an Haukur +354 891 7863 / http://www.isdirect.de – Achja – Haukur hat auch einen kleinen Hot Pot.
  • Nehmt euch defnitiv die Zeit und fahrt auf die Snaefellsnes-Halbinsel! Die Jugendherberge in Grundafjördur ist sehr klein aber sauber und gut geführt. Aus Stykkisholmur fährt eine Fähre auf die Vogel- und Blumeninsel Flatey, die eine Tagestour wert ist im Sommer. Ein Strand an der Westspitze gehört ins Programm (Djúpalónssandur) wie die Vogelfelsen von Arnastapi.
  • Für Reykjavík lohnen sich vielleicht auch 1-2 Tage. Ich fand in Island die Natur deutlich interessanter als die Städte – aber in der Hauptstadt gibts schon viel Kultur zu erleben. Die Architektur ist leider nirgendwo wirklich alt. Hier kann ich das Gasthaus Three sisters empfehlen.
  • Die südwestliche Reykjanes Halbinsel besteht nur aus relativ flachen Lavafeldern ohne viel Vegetation. Die Blaue Lagune lohnt sich aber ohne Frage. Wenn ihr da sowieso hinfahrt: Fahrt dann ruhig gleich weiter in die südlichstwestlichste Spitze, noch hinter Grindavík. Hier gibt es ein nettes Geothermalgebiet mit blubbernden Schlammlöchern und viel Dampf – und eine phänomenale Küste.
  • Der Süden Islands ist Gletscher- und Vulkanland. Wasserfälle gibts auch eine Menge. Auf der Ringstraße seht ihr nördlich Hekla vorbeigleiten, ein sehr ebener „klassischer“ Vulkankegel, der alle 10 Jahre ausbricht. Der Wasserfall Seljalandsfoss beeindruckt, weil man auch dahinter gehen kann. Wenn ihr ein geländegängiges Auto habt (das kleinere Bäche furten kann), lohnt sich auch die halbstündige Fahrt auf die Nordseite des Gletscher Eyafallajökull, wo man eine wunderchsöne Gletscherzunge (Gígjökull) mit Gletscherlagune davor antrifft – ohne viele andere Touristen.
  • Ansonsten gibt es auch den Touristengletscher, den man selbst mit einem PKW ansteuern kann, Solheimajökull, direkt an der Ringstraße. Ein weiterer Muss-Wasserfall ist der Skógarfoss etwas weiter östlich an der Ringstraße.
  • Bevor die großen Sanderebenen beginnen machen die meisten in Vík (í Mýrdal) halt. Kurz vor der Stadt führt eine Straße nach Reynir ab. Hier haben wir Papageientaucher beobachten können!
  • Südlich der „größten Eiskappe Europas“ sprechen die Sehenswürdigkeiten (Gletscherlagunen, gigantische Gletscherzungen) für sich. Der Nationalpark Skaftafell lohnt auch einen Tag Aufenthalt.
  • Wenn ihr als nächstes nicht im charmlosen Versorgungsort Höfn übernachten wollt, macht Halt auf einem Bauernhof in Sichtweite des Gletschers! Wir haben gute Erfahrungen bei Holmur (Teil +354 4781037) gemacht (gute Gästezimmer mit Küche) leistet euch auf jeden Fall das angebotene Frühstück, es bietet alles was das Herz begehrt – und findet beim Bauern in der Küche statt, mit seiner Familie.

Gute Fahrt – ich bitte um Reiseberichte für diesen Blog!